Bayerischer Wald – Dezember 2009

28.-30.12.2009:

TAG 1

Der Tag begann damit, dass ich eine halbe Stunde bevor Silke mich abholen sollte, aufstand und mit dem Packen begann. Ich hatte zwar schon die Vermutung, dass Silke nicht ganz pünktlich kommen würde, jedoch hatte ich keine Ahnung davon, dass sie zum vereinbarten Abholzeitpunkt noch selig schlummern würde und außerdem selbst noch packen musste. So kam es also, dass wir mit einer Verspätung von anderthalb Stunden hier losfuhren.

Die Fahrt verlief etwas seltsam. Wir bogen trotz unserem Besserwisser-Navi „Wilma“ zweimal falsch ab, mussten dann einen Umweg nehmen, und dann erwartete uns hinter einem Kreisverkehr auch noch das hier:

Wir fuhren also für einige Zeit dieser Schafherde hinterher und durften dem Altdeutschen Hütehund ganz fasziniert bei seiner Arbeit zusehen. Der Umweg hatte sich gelohnt. (Sorry für die Qualität der Bilder, aber die Autoscheibe war nicht gerade sauber.)

Ganz links der Hund, der gerade einige Schafe zurück auf die Straße treibt

Hier wurde die Herde dann kurz darauf nach rechts auf die Weide getrieben

Der Schäfer rennt vor und schickt kurz darauf seinen Hund nach links, damit er die restlichen Schafe von der Straße auf die Weide nach rechts treibt

Nach dieser interessanten Einlage und sicherlich nochmal einer guten Stunde Fahrt kamen wir gegen 14 Uhr endlich am Pfahlhof (www.pfahlhof.de) bei Zandt im Bayerischen Wald an. Es lag leider nur wenig Schnee, aber besser als nix. Wir holten die Zimmerschlüssel ab und schleppten unser ganzes Zeug ins Zimmer 22. Dieses bestand aus einem kleinen Flur mit großem Wandschrank, einem Bad mit Dusche und natürlich dem Schlafzimmer mit einem großen Doppelbett, einem kleinen Kinderbett, einem kleinen Tisch mit zwei Stühlen, einem Fernseher *yeah* und einem Zugang zur Terrasse. Hier das Ganze nochmal bildlich:

Das große Bett

Blick vom großen Bett aus auf das kleine Bett, den Tisch und den Fernseher, den Silke natürlich gleich mal testen musste

Das Bad

Nachdem wir uns einigermaßen häuslich eingerichtet, d.h. unseren ganzen Krempel kreuz und quer im Zimmer verstreut hatten, beschlossen wir, mit den Hunden etwas zu laufen. Beim Verlassen des Gasthofs rannten wir dann erstmal fast in unsere Zimmernachbarn: Ein älteres Ehepaar mit einem Irischen Wolfshund. Der unfassbar riesige Hund stand mit eingeklemmten Schwanz da, während Emmy sich vor ihm aufbaute und ihn verbellte. Schließlich hatte sie ihm nicht erlaubt, in ihrem Gasthaus rumzulaufen. Der Mann meinte zu Emmy gleich: „Du bist wohl lebensmüde!“ Ich antwortete ihm nur: „Nö, die sagt nur gerne ihre Meinung!“ Dass Leute mit so riesigen Hunden sich immer wundern müssen, wenn manche kleine Hunde nicht gleich verängstigt wegrennen… Emmy ist nicht der Typ Hund, der wegrennt. Die packt lieber ihre Zähne aus, wenn ihr einer blöd kommt. Nun gut: Hinter dem Haus ging gleich der Wald los und so wählten wir diesen Weg, der bis hoch auf die Felder ganz oben am Berg führte.

Blick vom Wald aus auf den Hof

Der Spaziergang verlief in den ersten Minuten total friedlich und problemlos – da war ja klar, dass irgendwas kommen musste. Silke entdeckte einen schwarzen Hund, der uns vom Waldrand aus beobachtete. Ich sah nur kurz hin und nahm an, dass das wohl Spaziergänger mit ihrem (angeleinten?) Hund seien, und leinte Emmy schnell an. Doch keine drei Sekunden später stand besagter schwarzer Hund bereits neben uns. Er war ein Rüde, sah aus wie ein Labrador, nur kleiner, und war so distanzlos in einer Überschwänglichkeit, dass es kaum auszuhalten war. Ich dachte erst, er würde vielleicht so rumspinnen, weil Emmy sei zwei Tagen läufig war. Aber nein, der war einfach so. Er sprang mehrmals an Silke und mir hoch, sprang auf Emmy, die das gar nicht witzig fand, sprang auf Milo, der stinksauer war, und raffte einfach überhaupt nicht, dass wir das nicht wollten. Besitzer war keiner in Sicht, der Hund hörte partout nicht auf und so kam es, dass wir Milo der Kerl fuchsteufelswild runter zum Hof jagen ließen. Außer Gebrummel und Geschubse ist bei Milo eh nicht drin, wir setzten den verrückten Schwarzen also keiner wirklichen Gefahr aus – keine Sorge! 😉 Unten am Hof tauchte dann plötzlich der zum Hund zugehörige Bauer auf, der nach seinem „Lumpi“ brüllte. Milo kam wieder, zum Glück ohne die schwarze Klette, und wir konnten unseren Spaziergang fortführen.

Oben auf den Feldern (rechts die Hunde, Emmy steht weiter vorne, während Milo an der Leine hinter ihr läuft)

Emmy durfte gleich mal etwas ausflippen und ihren Long-Mot apportieren

Dann kam sogar noch die Winterabendsonne raus

Zurück im Pensionszimmer wurden erstmal die Hunde saubergemacht, dann legte ich Emmy’s schwarze Pfotendecke ins Bett, damit sie keine Läufigkeitsflecken auf den weißen Spannlaken hinterlässt, und wir knallten uns vor die Glotze. Gerichtsshows können manchmal äußerst amüsant sein… Gegen 19 Uhr schließlich schnappten wir uns die Hunde und gingen rüber ins Restaurant, wo wir uns Currywurst mit Pommes bestellten, während die Hunde brav unterm Tisch lagen. Zwei Tische weiter saß das Ehepaar mit dem Irischen Wolfshund – allerdings ohne Hund, denn den hatten sie scheinbar auf dem Zimmer gelassen. Ich hätte die Leute gar nicht erkannt, hätte der Mann – der sich scheinbar gerne selber reden hört – nicht unendliche Geschichten von wegen „Wir hatten schon immer Irische Wolfshunde!“ etc. pp. erzählt. Nach etwa einer Stunde hauten wir schließlich ab, gingen eine kurze Pipirunde mit den Hunden und machten es uns wieder vor dem Fernseher gemütlich mit „The Illusionist“ und im Anschluss einer neuen Folge von „The Tudors“. Kurz nach Mitternacht verfielen wir dann komplett in den Tiefschlaf, doch ich wachte immer wieder auf, um nachzuschauen, ob Emmy auch wirklich auf ihrer schwarzen Pfotendecke liegt und nicht das weiße Spannlaken vollblutet.

TAG 2

Nach der ersten Nacht im Bayerischen Wald quälten wir uns um 9.30 Uhr aus dem Bett. Boah, nee… war ich müde! Leider entdeckte ich beim Aufstehen auch schon die ersten Flecken auf dem Bettlaken – das Emmsch hatte doch einige Male neben ihre Decke geblutet. Mist! Ich bereute es, dass ich ihr neues Bett, welches sie zu Weihnachten bekommen hatte, nicht mitgenommen hab. Aber ohne Bett nur auf der kleinen, dünnen Decke am Boden schlafen?! Das kann Emmy leider nicht, zumindest nicht nachts. Einer der Flecken war auch recht groß, da verschmiert. Wahrscheinlich hatte sie an der Stelle noch rumgeschleckt und somit den Fleck vergrößert. Ihre Flecken am Boden putzt das Emmsch nämlich auf Kommando bzw. meist von sich aus weg. Da ist das ja auch sinnvoll, aber auf dem Laken hat sie mit dem Rumgeschlecke alles nur schlimmer gemacht. Es gab nur bis 10 Uhr Frühstück, deswegen gingen wir rüber ins Restaurant und ich nahm mir vor, die Flecken danach zu beseitigen bzw. es wenigstens zu versuchen. Mir war das einfach unangenehm, auch wenn das Laken nach unserer Abreise eh in der Wäsche gelandet wäre.

Zum Frühstück futterten wir Semmeln mit Frischkäse und ein Ei und tranken Früchtetee. Die Hunde bekamen ab und an was vom Brötchen ab und dann gingen wir zurück aufs Zimmer. Mein erster Blick fiel dort sofort aufs Bett: Jemand hatte es gemacht! Und die Flecken waren weg! Ich zu Silke: „Oh mein Gott, hier war jemand drin!“ Silke: „Jo, klar, das Zimmermädchen! Die hat die Betten gemacht und Milos Haare vom Boden eingesaugt…“ Ich war schockiert. Ich bin nur Ferienwohnungen gewöhnt und da kommt keiner einfach zu einem ins Zimmer und werkelt da rum, während man nicht da ist. Naja, zumindest waren Emmy’s Flecken nun weg. Wir beschlossen, auf unserem heutigen Trip einen KIK oder so zu suchen und dort eine große Fleecedecke als Unterlage zu kaufen.

Es hatte über Nacht etwas geschneit und Dank dem Frost waren Maddins Scheiben komplett zugefroren und die Hofeinfahrt erwies sich als Rutschbahn.

Die Hofeinfahrt

Der Gasthof

Kurz vor dem Auto kam uns dann etwas Schwarzes entgegen: Lumpi! Oh neeeiiin… Milo fing wieder an zu stänkern und der Bauer kam den Hügel runtergerannt, scheuchte Lumpi hoch zu seinem Hof und meinte zu Silke: „Isser wohl recht bös?“ Silke erwiderte nur: „Nee, aber Ihrer ist wohl recht irre…“ Nachdem Bauer und Lumpi verschwunden waren, konnte es endlich losgehen. Unser Ziel war der Bayerwald-Tierpark Lohberg.

Auf dem Weg dorthin entdeckten wir in Bad Kötzting einen KIK und gleich daneben einen T€DI – perfekt! Da wollten wir auf dem Rückweg hin. Wir folgten weiterhin den Tierpark-Schildern, die in Lohberg aber seltsamerweise aufhörten. Wir fuhren einfach die Straße weiter, welche uns auf einen Berg führte. Wir krochen also den Berg hoch… und noch höher… und noch höher… bis sich uns diese Aussicht bot:

Dort merkten wir dann, dass wir falsch waren und kehrten um. Dann entdeckten wir plötzlich ein Schild, welches uns sagte, dass wir 8km zu weit gefahren waren. Upps. Zurück in Lohberg entdeckten wir das nächste Schild, welches uns 1km weiter die Straße runter schickte – und zwar aus Lohberg raus. Wir kamen also im nächsten Ort – Lohberghütte – an, kehrten um, fuhren wieder zurück nach Lohberg, parkten am Rathaus und wunderten uns. Da entdeckten wir eine Ortskarte mit der Adresse des Parks. Diese suchten wir auf der Karte, gaben sie zur Sicherheit ins Navi ein und fuhren los. Der Tierpark befand sich tatsächlich in Lohberghütte und nicht direkt in Lohberg und das überdimensionale Schild wurde von einem dicken Baum verdeckt. Wir waren also schon zig mal dort vorbeigefahren und hatten nichts bemerkt. *argh* Wir parkten Maddin und gingen mit Emmy in den Park. Milo musste im Auto warten. Für ihn wäre es einfach zu aufregend gewesen direkt vom Auto in den Park zu gehen. Milo muss nach dem Aussteigen immer erstmal ausflippen.

Zuerst kamen wir am Streichelzoo vorbei, wo einige Ziegen frei herumliefen. Emmy hatte aber nur Augen für einen: Vincent – einen wunderhübschen Rauhaardackel, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt hatte. Nach kurzem Geflirte entdeckte sie dann aber eine weiße Babyziege, die mitten auf dem Weg stand, schlich sich von hinten an sie ran, schnüffelte gaaanz vorsichtig an ihrem Hintern und tappte mit gerümpfter Nase davon: „Iieehh, Frauchen, das Tier da stinkt!“ Während Vincent ziemlich ängstlich und lautlos auf die Ziegen reagierte, amüsierten sich sämtliche Besucher über Emmy’s Verhalten den Ziegen gegenüber: Sie tingelte wie immer ganz selbstsicher mit locker wedelnder Rute durch die Gegend, suchte am Boden nach Essbarem (z.B. Ziegenkacke *lecker*) und wenn da so eine Ziege von der Seite ankam, machte sie einfach kurz „Wäff!!!“ und tanzte ganz schnell davon, so nach dem Motto: Der hab ich’s gezeigt!

Hier einige Impressionen…

Und dann kamen wir zum Wolfsgehege. Das Rudel war sehr aktiv und so bekamen wir viele Wölfe und viel von deren Kommunikation zu Gesicht. Das Gehege befindet sich auf einem Hang und wenn man auf der Seite die Treppe hochgeht, läuft man praktisch direkt am Zaun vorbei. So kam es, dass Emmy und einer der Wölfe sich direkt gegenüberstanden. Zwischen ihnen war vielleicht noch ein Meter Abstand und der Maschendrahtzaun. Der Wolf lief interessiert auf Emmy zu, doch die beobachtete da gerade einen Jack Russell Terrier, der weiter unten den Weg hochlief. Als sie den Wolf entdeckte, drehte sie sich zu ihm um, machte „Wäff!!!“, drehte sich weg und tingelte davon. Sie wusste, dass es kein Hund war. Ansonsten hätte sie anders reagiert. Der Wolf drehte auch ab und latschte davon. Ich fand diese „Begegnung“ wahnsinnig spannend.

Hier einige Wolfsimpressionen…

Hier war leider der Zaun im Weg, deswegen die komische, verschwommene Optik…

Der Luchs beobachtete Emmy auch ganz genau, doch die markierte lieber den Pfosten vor seinem Gehege: Emmy was here – and she was LÄUFIG!

Silke und einige andere Tierparkbesucher vor dem Luchsgehege

Zurück am Streichelzoo…

Mir hat der Bayerwald-Tierpark sehr gut gefallen und im Frühjahr oder Sommer sieht man sicherlich noch mehr Tiere (z.B. die Waschbären, die Wildkatzen oder die Fischotter). Hier noch der Link zur Homepage: www.bayerwald-tierpark.de

Zurück am Auto machten wir noch Beweisfotos von „Chicken im Bayerischen Wald“

Chicken ist unser Maskottchen, welches jeden Mist mitmachen muss. 😉

Auf dem Rückweg in den Pfahlhof machten wir noch einen Abstecher in den T€DI (wo wir zwei Fleecedecken kauften – für Milo in schwarz, für Emmy in blutrot), in den Lidl (wo wir uns mit Süßkram eindeckten) und zum goldenen M in Cham (wo wir uns unser Mittagessen besorgten). Zurück am Pfahlhof legten wir die Decken auf dem Bett aus und machten es uns zu viert mit ganz viel Süßkram, meinem Laptop und ein paar DVDs im Bett gemütlich. Bis auf eine kurze Abendrunde mit den Hunden im Regen, machten wir an dem Tag nix mehr außer rumliegen, Filme gucken und fressen.

TAG 3

Nach der zweiten und letzten Nacht im Bayerischen Wald war Dank roter Fleecedecke das weiße Laken von Emmy’s Läufigkeitsspuren verschont geblieben. Wir gingen um 10 Uhr rüber ins Restaurant zum Frühstück, räumten danach das Zimmer und schleppten unsere 7 Sachen + die beiden Hunde rüber ins Auto. Danach gingen wir nochmal rein, um zu bezahlen, und als wir wieder rauskamen, wollte ich eigentlich noch ein paar Panoramafotos machen – doch da kam er wieder angerannt: Lumpi! Zum Glück saßen Emmy und Milo im Auto, aber leider hatte sich Lumpi dann einfach uns als Kuschelopfer ausgesucht. Er sprang uns an, schnappte mir in die Haare, machte einen Riesenaufstand und haute einfach nicht ab. Ich hatte teilweise schon Angst um meine Kamera, konnte aber tatsächlich ein Foto von dem liebestollen Kerl machen.

Lumpi!

Ab und zu fuhr ein Auto am Hof vorbei, wo ich den verrückten Lumpi dann lieber mal am Halsband festhielt. Nicht, dass der noch überfahren wird in seinem Liebeswahn! Irgendwann kam dann die Bäuerin vom oberen Hof und rief nach ihm. Es gelang ihr auch tatsächlich, dass Lumpi sich auf den Weg zu ihr begab und sie band ihn an die Kette am Haus an. Armer Lumpi. Der Hund braucht Aufmerksamkeit und Beschäftigung, die er offensichtlich nie kriegt – außer, wenn er arme Pfahlhofgäste und deren Hunde belästigt. Da findet er auch negative Aufmerksamkeit gut… Hauptsache, jemand beschäftigt sich mit ihm…

Hier die Panoramafotos, die ich letztendlich doch noch machen konnte:

Silke

Meine Wenigkeit

Die Heimfahrt war sehr regnerisch und überraschend kurz und um 13 Uhr standen wir bereits vor meiner Haustür. Wir knallten uns dann nochmal hin, schauten „Ice Age 3“ und pennten schließlich komplett weg. Irgendwann gegen 17 Uhr machten wir uns noch Spaghetti und dann begab Silke sich auf den Heimweg.

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