Tag 3

05.08.2009:

Am Morgen des dritten Tages fuhren wir kurz vor 11 Uhr los in den äußersten Nordosten der Insel, genauer gesagt nach Marienleuchte. Wir wollten dort nach einem tollen Steg suchen, den Diana, mit der wir uns im Juni auf Fehmarn getroffen hatten, empfohlen hatte. Wir kannten von Marienleuchte bisher nur den neuen und den alten Leuchtturm. In der Ortschaft selber waren wir noch nie so wirklich gewesen. Zugegeben: Marienleuchte ist kein typisch Fehmarnscher Ort – alte Bauernhäuser aus roten Backsteinen sucht man dort vergebens. Die Häuser dort sind überwiegend Bungalows. Was man allerdings nicht unterschätzen sollte, ist die Aussicht, die man von diesen Häusern aus hat. Doch dazu später mehr. Wir parkten Maddin an einer hohen Hecke mitten in Marienleuchte, nahmen unser Frühstück (Kartoffelsalat mit Fleischbällchen) ein und liefen zwischen den Häusern bis zum Ende des Deiches, wo wir von oben dann auch direkt den Steg entdeckten. Wir stiegen runter zum Steinstrand und liefen mit leuchtenden Augen zum Steg. Leider war dort recht viel Betrieb, aber das war uns ziemlich schnurz. Die Hunde interessierten sich nicht für die fremden Menschen und die fremden Menschen störten sich nicht an den Hunden.

Emmy auf dem Steg (angeleint, damit Milo sie nicht versehentlich reinschubsen kann)

So ein Stegbild wollte ich schon immer mal haben *schmacht*

Silke wollte auch

Und dann ging’s ab in die Fluten! *hüpf-freu-jubel*

Seestern im Anmarsch…

„Hilfe, er kommt, was mach ich jetzt?!“

„Hab ihn!“

Und wieder auf in die Fluten…

„Ohoh… Welle koooommt!“

„Iiieehh, ist das nass!“

Milo’s Taktik: Sich einfach hinstellen und warten, bis die Welle einem das Spieli in die Schnauze katapultiert

Dann sind wir bis zum Ende des Strandes gelaufen, wo wir mutterseelenalleine waren… *schwärm*

Kleines Zicklein

Ziegenbock

Silke kann auch total gut klettern *kicher*

„Schluss mit Posing – wir wollen spielen!“

Jaaaaa, allen Skeptikern zum Trotz: Emmy schwamm in der Ostsee! *hurra*

*ruderruder* „Ich krieg dich schon noch!“

*ausschauhalt*

Die Fähre, die von Puttgarden nach Dänemark und wieder zurück fährt

Und natürlich gab es mal wieder eine Emmy-Kamikaze-Aktion:

„Hm… wie komm ich da am besten hin?“

*grübelgrübel*

„Da unten bist du… ich seh dich…“

„Gleich hab ich dich!“

Das Bild vom Absturz ist leider nix geworden, aber ich kann sagen: Emmy ist die tollpatschigste Heldin aller Zeiten! *lach*

„Geschafft!“

Den Rückweg zum Auto traten wir oben auf dem Deich an. Dort fanden wir eine gemütliche Bank, auf die wir uns einfach setzen mussten. Die Aussicht, die man von dieser Bank aus hatte, war schlichtweg gigantisch. Wir saßen da so und dachten uns nur: So lässt sich’s leben… Hinter uns befanden sich die Bungalows, von deren Terrassen und Gärten aus man ebenfalls diese Aussicht genießen konnte. Eins der Häuser war sogar zu verkaufen. Emmy und Milo machten am Zaun Bekanntschaft mit dem Hund des Hauses, einem sehr netten, extrem gut gepflegten Westie. Ach, Marienleuchte… ich hätte da ewig oben auf der Bank sitzen bleiben können…

Das Wetter war ab Tag 3 übrigens sensationell! Es war sonnig und es war heiß. Ich muss zugeben, ich liebe Sommer, Sonne und Hitze. Im Hochsommer in der brüllenden Hitze am Strand zu sitzen und den Hunden zuzuschauen, wie sie sich im Wasser abkühlen – es gibt nichts besseres! Zurück am Auto, mussten wir direkt sämtliche Türen und Fenster aufreißen, so heiß war es da drin. Dann fuhren wir nach Burg zum McD. und holten uns ein Eis. Während wir es aßen, schaute ich in unsere Fehmarn-Karte und zählte Silke sämtliche Orte und Sehenswürdigkeiten auf, die wir noch nicht besucht hatten. Also beschlossen wir, einfach mal die Gegend zu erkunden. Unser erstes Ziel: Der Jimi Hendrix-Gedenkstein in Flügge im Südwesten der Insel.

Wir fuhren wirklich ewig durch die Botanik, zig mal vorbei an den Campingplätzen in Flügge, bis wir endlich das Schild entdeckten: „Jimi Hendrix-Gedenkstein – 900m“ Wir parkten am Straßenrand und liefen mit den Hunden in der prallen Sonne auf einem Deich entlang. Links von uns war das Meer, welches man hinter einer riesigen Dauercamperkolonie gerade so erahnen konnte. Rechts von uns war ein eingezäuntes Naturschutzgebiet. Der erste Teil des Deiches wurde gerade mit Baggern bearbeitet, so dass wir mehrmals ausweichen mussten, um nicht plattgefahren zu werden. Den Rest der Strecke liefen wir dann einfach nur noch… wir liefen und liefen… und ich hätte nie gedacht, dass 900m soooo lang sein können! *umfall* Rechts von uns war dann auf einmal eine große, offene Fläche, dahinter ein Wald und das eingezäunte Naturschutzgebiet – und mitten auf dieser Fläche stand völlig einsam der Jimi-Hendrix-Gedenkstein. Wir leinten die Hunde ab und liefen zu dem ollen Stein.

Gefunden!

Zur Erklärung: Jimi Hendrix hatte 1970 sein letztes Konzert auf dem Love and Peace Festival auf der Insel Fehmarn gegeben.

Die Hunde interessierte der Stein herzlich wenig…

Wir krochen den ganzen Weg dann wieder über den Deich zurück und kamen schweißgebadet am Auto an. Nachdem wir die Hunde und uns selber mit Wasser versorgt hatten, bekam Silke eine SMS von ihrem Bruder, der mit Silke’s Töchtern gerade in Thailand Urlaub machte. Inhalt der SMS: „Hier ist es wahnsinnig heiß!“ – Silke’s Antwort: „Jo, hier auch!“ *lach* Dann starteten wir wieder unseren Maddin und düsten los. Ich hielt die Fehmarn-Karte in den Händen und dirigierte Silke quer durch die Gegend…

In der Nähe von Flügge: Ein Hauch von Australien

Das Mühlenmuseum in Lemkenhafen

Als wir gerade im äußersten Süden der Insel waren, kamen wir auf die Idee, einfach mal sämtliche Dörfer abzuklappern und zum Niobe-Denkmal an den Gammendorfer Strand in äußersten Norden der Insel zu fahren. Und das taten wir dann auch. Der Gammendorfer Strand ist einer der wenigen offiziellen Badestrände auf Fehmarn und so mussten wir ca. 200m (laut Schild) laufen, um in den Bereich zu kommen, wo Hunde erlaubt sind. Wir kamen auch am Niobe-Denkmal vorbei, doch ich war zu faul, um es zu fotografieren. *schäm* Jetzt hab ich aber immerhin schon eine Aufgabe für den nächsten Fehmarn-Urlaub.

Milo wurde gleich zu Beginn fündig und wälzte sich in einer toten Möwe *örgs*

Nachdem Frauchen das aber doof fand, schob er sich lieber durchs Wasser

Ich hatte für Emmy leider nichts zum Werfen dabei, wollte aber unbedingt Fotos von ihr an diesem schönen Strand in diesem tollen Wasser machen. Also warf ich ihr kurzerhand einen meiner Gummischlappen in die Ostsee.

Dass diese Idee nicht sonderlich klug war, kann man sich denken. End vom Lied: Ich warf den Schuh zu weit rein, Emmy traute sich nicht hinterher, Milo schaute mich nur mit einem „Selber schuld!“-Blick an und der Schuh trieb weit, weit hinaus in die Ostsee und driftete stark nach links ab.

Emmy ohne Schuh

Ich stand da wie der letzte Depp und versuchte mich mit dem Gedanken anzufreunden, jetzt mit nur einem Schuh – bzw. komplett barfuß, damit es nicht ganz so peinlich ist – zurück zum Auto zu laufen und dann auch noch barfuß (auf meine mitgebrachten Turnschuhe hatte ich bei dem Wetter keine Lust) in Burg in den Takko zu latschen und mir dort für 7,99 € neue Gummischlappen zu kaufen – und die hatten diese Schuhe dort nur in den Farben gelb, orange, rot, pink und giftgrün! *kreisch* Aber da entdeckte ich in der Ferne einen Badegast, der zielstrebig auf meinen Schuh zuschwamm, ihn sich schnappte und im hohen Bogen zurück an Land warf. Jetzt musste ich schnell sein, bevor jemand anders den Schuh möglicherweise mitnahm (man kann ja nie wissen). Doch die vielen kleinen Steine und zerbrochenen Muscheln hinderten mich daran, barfuß so schnell voranzukommen. Also rief ich „Silke, renn!!!“ und Silke rannte in ihren gelben Gummilatschen und mit Milo an der Leine zu meinem Schuh, während ich mit Emmy hinterher humpelte. Ich kam auch besonders schlecht voran, weil ich mir vor Lachen ständig den Bauch halten musste. Sowas kann echt nur mir passieren. *kaputtlach* Silke schnappte sich den Schuh zum Glück und ich winkte und rief dem netten Badegast ganz laut ein „DANKE!“ zu. Als ich dann schließlich noch meine Kamera, die ich die ganze Zeit in der Hand hatte, wegpackte, entdeckte ich in meinem Rucksack Emmy’s grünen Gummiring, den ich ihr statt dem Schuh hätte werfen können! *ARGH*

Auf dem Rückweg – es war mittlerweile kurz vor 18 Uhr – fuhren wir nochmal einige Dörfer in der Westhälfte der Insel ab. Unter anderem Bisdorf, in dem wir dieses geniale Schwedenhaus fanden:

Als ich es aus dem Autofenster raus fotografierte, lief ein Mann mit seinem schwarzen Labrador vorbei und meinte, dass er 5 € pro Bild nimmt. Ich fragte Silke natürlich gleich nach den 5 € *lach* und der Mann dachte scheinbar, dass ich das ernst meine, denn er klatschte mir auf die Schulter und meinte „War nur Spaß, war nur Spaaaaaß!“ *lach* Zurück in Sahrensdorf relaxten wir erstmal ein bisschen in der Bootshalle und ich nutzte die Gelegenheit und machte ein paar Fotos.

In der Bootshalle – der kleine, braune Punkt ist Emmy

Maddin und Milo (links davon das riesige Hallentor)

Gegen 20 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg. Diesmal wollten wir die Osthälfte der Insel abfahren und zum Schluss den Sonnenuntergang in Westerbergen, einem kleinen Örtchen im Süden von Fehmarn, anschauen. Wir fuhren durch Katharinenhof, Klausdorf, Presen usw. bis rauf in die Nähe von Marienleuchte und Puttgarden. Dort hab ich dann einige Windradbilder aus dem Autofenster raus gemacht.

Im Hintergrund sieht man den Leuchtturm Marienleuchte

Auf dem Weg nach Westerbergen verfuhren wir uns dann komplett und die Sonne ging immer weiter unter…

Endlich am Ziel angekommen, sprang ich barfuß aus dem Auto, rannte auf den winzig kleinen Deich und konnte gerade noch die allerletzten Sonnenstrahlen aufs Foto bannen…

10 Minuten lang stand ich da – bis die Sonne wirklich weg war. Dann setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren zurück zur Bootshalle.

Advertisements

Eine Antwort zu Tag 3

  1. Silke schreibt:

    Hey,
    wir müssen da uuuuunbedingt wieder hin, nach Westerbergen und auch nach Gold. *träum* Die Stelle mit den Bötchen ist einach nur geniaaal. *hachsagt*

    Liebe Grüße, Silke, die nur noch von Fehmarn träumt ;o)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s